Jun 202011
 
RIM in Problemen

RIM in Problemen

Lange Zeit waren die Blackberry-Smartphones der Standard schlechthin im Businessbereich, doch nun sieht sich Research in Motion (RIM) sinkenden Absatzzahlen und Marktanteilen gegenüberstehen. Nachdem bereits vor gut einem Monat 1.000 Playbooks zurückgerufen werden mussten ziehen nun wieder dunkle Wolken in Form des Finanzausblicks über dem Hauptquartier im kanadischen Waterloo (Ironie des Schicksals?!) auf.

Sinkende Absatzzahlen bei RIM im Vergleich zum Vorquartal

Letzte Woche präsentierte RIM seinen Bericht für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Zwar konnte man im Vorjahresvergleich weiterhin ein Wachstum verzeichnen, was aber eher auf das Wachstum des gesamten Smartphonemarktes zurückzuführen ist. Im Vergleich zum letzten Quartal 2010 brach der Umsatz um 12 % ein, der Gewinn sogar um 26%. Somit bleiben von 4,9 Milliarden Dollar aktuell 695 Millionen Dollar an Gewinn übrig. Dies mag noch solide klingen, jedoch sollte man sich auch in den nächsten Perioden auf sinkende Zahlen gefasst machen. RIM verliert durch die harte Konkurrenz von Apple und vor allem Android immer mehr an Marktanteil. Auch im Businessbereich stoßen die beiden Plattformen immer mehr in die ehemalige Hochburg von RIM vor.

Insgesamt wurden im ersten Quartal 13,2 Millionen Blackberry-Smartphones und 500.000 Playbook-Tablets abgesetzt. Apple hingegen verkaufte 18,7 Millionen iPhones und 4,7 Millionen iPads in den letzten drei Monaten. Eine beeindruckende Bilanz der Kalifornier.

Apps und Touchscreen wurden von RIM übersehen

Besonders die starke Entwicklung des App-Sektors macht RIM zu schaffen. Apps werden für Blackberry vielfach verspätet entwickelt und sind auch nur zu höheren Preisen erhältlich als für iPhone und Android. Dies liegt an der komplizierten Programmierung der Apps für das Blackberry Betriebssystem und die komplexe Schnittstelle des Systems.

Außerdem scheint es als hätte RIM den Übergang zum Touchscreen etwas übersehen. Lange Zeit setzte man auf fixe Tastaturen die bei Apple und Android schon seit Beginn an digital ersetzt wurden.

Restrukturierungen und Produktlaunches

RIM hat jedoch den Ernst der Lage erkannt und will sich gegen diese Entwicklung mit Restrukturierungen und neuen Produktstarts wehren. Diese Restrukturierungen werden auch Personalabbau beeinhalten, genauso wie andere Anpassungen in der Kostenstruktur. Schließlich werden für Herbst einige neue Produkte erscheinen, wie etwa das Blackberry Bold 9900. Allerdings werden auch diese Neuprodukte noch nicht auf dem sehnsüchtig erwarteten Betriebssystem OS 7 ausgeliefert werden, welches erst im Oktober oder November erscheinen wird. RIM wäre definitiv gut beraten wenn man die Füße in die Hand nehmen würde uns so schnell wie möglich mit den neuen Produkten auf den Markt kommt denn mit jedem verstrichenen Monat knabbern Apple und Android fleißig am Marktanteil von RIM.

 

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